kybernetik
08.09.2007 | 00:02 | von pasQualle veröffentlicht in Notizen | 2 Kommentare
“regelung und steuerung von dynamischen systemen” ist der satz den ich einmal auswendig gelernt, in meinen 5 jahren studium nicht nur einmal aufsagen musste. die reaktionen auf meinen studiengang technische kybernetik sind meist immer gleich. es werden große augen gemacht, auf den anhalter verwiesen (sirius kybernetik-corporation) oder mein gegenüber bringt das ganze in verbindung mit robotern.
hier werde ich jetzt die ultimative erklärung bringen und in zukunft nur noch mit einem link auf diese art fragen antworten.
in der studiengangsbeschreibung der uni steht folgendes:
Beginnen wir erst einmal mit einer Definition. Und wer könnte das besser als der Begründer der modernen Kybernetik: Norbert Wiener.
In seinem Standardwerk “Cybernetics or the science of communication and control in the animal and machine” legt er dar, dass es dieselben Prinzipien sind, nach denen technische Systeme wie lebende Organismen funktionieren. Die beiden wichtigsten sind erstens die Informationsaufnahme, -verarbeitung und -weitergabe sowie zweitens die Regelung.
Kybernetik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft an der Schnittstelle zwischen Ingenieur- und Naturwissenschaften. Das macht sie so interessant - und so unentbehrlich. Sie beschäftigt sich mit Kommunikations- und Regelungssystemen. Und zwar sowohl in lebenden Organismen, gesellschaftlichen Organisationen und technischen Systemen. Letztere bezeichnet man deshalb als Technische Kybernetik. Ihre Aufgabe ist es, komplexe Systeme zu analysieren sowie Methoden zu entwickeln und anzuwenden, um Reaktionen vorhersagen zu können und sie gezielt zu beeinflussen.
ein wenig wissenschaftlicher könnte man kybernetik auch wie folgt beschreiben:
kybernetik beschäftit sich mit komplexen zeitveränderlichen systemen und analysiert das interne systemverhalten und versucht dies gemäß eines gewünschten ausgangs zu beeinflussen. das musterbeispiel ist das stehende pendel aus folgendem filmchen:
anhand dieses beispiels werde ich nun die grundprinzipien der kybernetik erklären.
eine lose gelagerte stange ist an einem schlitten befestigt welcher über einen motor angesteuert werden kann. der winkel in welchem sich das pendel befindet dient als eingang für den regler und das dahinterliegende programm versuch diesen winkel auf 0 zu bringen. das heißt der winkelmesser nimmt den winkel auf, das programm berechnet den weg den der schlitten in positiver oder negativer richtung fahren muss und steuert dann denn motor an, dass der schlitten genau dies tut. der neue, resultierende winkel wird wieder an das programm gegeben und dieses gleicht das pendel so lange aus, bis es in der vertikalen steht. wenn man jetzt das pendel auslenkt und somit eine störung auf das system bringt, wird das wieder ausgeglichen.
dieses fortlaufende aufnehmen von aktueller position das darauffolgende ausgleichen wird in der regelungstechnik als rückführung bezeichnet.
die prinzipien der kybernetik sind auf alles gebiete anwendbar in denen man es mit großen system mit vielen variablen und einer komplexen verknüpfung dieser zu tun hat. das können sowohl klassische technische systeme wie fahrzeug und cd-spieler, sowie auch schulklassen, zellen oder ganze firmen sein.
noch fragen?
Tags: Kybernetik
Ähnliche Beiträge:
08.09.2007 um 12:17 | # | @
Ach so ist das. Ehrlichen Dank für die Erklärung. Bislang habe ich es immer hinausgeschoben, nachzulesen, was genau das nun ist.
08.09.2007 um 13:16 | # | @
… und dann gibt es noch so perverse wie mich die bei kybernetik zuerst an luhmannsche systemtheorie denken. man weiß nicht welche kunden schlimmer sind.