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pasQualle in der Stuttgarter Zeitung

09.04.2008  |  18:38  |  von pasQualle veröffentlicht in Notizen  |  7 Kommentare

pasQualle in der Stuttgarter Zeitung
Ich wurde vermittelt. Wohl weil andere nicht so sehr interessant waren, entschied sich Christine Bilger dann doch dafür zwei männliche Blogger in den Regionalteil der Stuttgarter Zeitung aufzunehmen. Auf mich kam sie durch eine Empfehlung von Björn Grau.
Nach kurzer Absprache stand sie dann vor kurzem mit einem Fotografen in meiner WG. Erst wurde fotografiert, schön geekig sollte es aussehen. Also Rolladen runter und nur vom Monitorschein beleuchtet werden. Der Fotograf meinte, dass er sich das nächtelange rumcomputern gut vorstellen könne. Wieder mal eines dieser Vorurteile mit welchen wir Blogger zu kämpfen haben, welches bei mir aber ja durchaus zutreffen mag. Danach folge noch ein kurzes Interview. Es wunderte mich dann doch erstmal, dass Christine meine Antworten auf einen Blogck aufschrieb, anstatt ein Diktiergerät oder ähnliches zu benutzen. Da sie sich zum Glück ein wenig in der Materie auskannte entstand ein nettes Gespräch. An dem Tag dann, an welchem ich Richtung Berlin aufbrechen musste erschien folgender Artikel.

Pascal Schulthess hat neue Freunde. Dieser Tage trifft er sie zum ersten Mal auf der Republica. Dann bekommt der Exilschwabe Björn Grau ein Gesicht. Und auch die beiden bloggenden jungen Frauen, die Pascal über Björn kennengelernt hat: Miss Sophie oder Julie Paradise. Im Telefonbuch hätte er sie nie gefunden, denn alle drei schreiben unter Pseudonymen, ihren sogenannten Nicknames.
Die Geschichte ihrer Freundschaft ist typisch für die Blogosphäre, die Welt der Blogger. Man entdeckt ein interessantes Blog und arbeitet sich durch die Liste der Netztagebücher, die der Verfasser regelmäßig liest. Man beschnuppert sich, empfiehlt sich weiter. So knüpft sich das Netz der Kontakte immer enger. Freunde seien sie jetzt schon, auch wenn sie sich im wahren Leben erst noch treffen werden, das sagt der 24-jährige Pascal ohne zu zögern.
Mit achtzehn Jahren entdeckte Pascal Schulthess die Sphäre der Netztagebücher als passiver Nutzer. „Das würde ich auch gerne machen“, dachte er sich und wurde bald aktiv. Zuerst verließ er sich in Sachen Design und Technik noch auf einen Bloghost, der vorgefertigte Muster für die Internetseite bereitstellt. Mit persönlichen Einträgen fing es an, dann kamen Videos und „ein bisschen Musik“ dazu. Während eines Auslandssemesters wurde das Blog dann zum Tagebuch. Darin konnten die Freunde und Verwandten dem Studenten der technischen Kybernetik bei der Erkundung seines Studienortes Barcelona über die Schulter schauen.
Doch die meisten Leser von pasQualle.com wollen nicht lesen, sondern hören. Musik, gute Musik. Seine Spezialität: „alles was man unter Indie und Rockgitarre zusammenfassen kann.“ Wo Pascal ist, ist Musik. In seinem Blog röhren die Stromgitarren ebenso wie im Küchenradio seiner Studentenwohngemeinschaft in Bad Cannstatt. Mit offenen Ohren gehe er durch die Welt, es dürfe auch mal Country oder guter Hiphop sein, sagt er. Die Leser sind überwiegend Freunde, solche die er im Leben trifft, und solche, die ihn im Netz gefunden haben. Ein Klick führt zum anderen.
Obwohl „die Qualle“, das Erkennungszeichen des Blogs, ein transparentes Wesen ist, Pascal Schulthess lässt sein Innerstes nicht durchscheinen, wenn er sich im weltweiten Netz bewegt. Zwar dienen die Einträge auch dazu, Freunde über persönliche Dinge auf dem Laufenden zu halten – aber nie ganz unverschlüsselt. Wer den Freund lauter Töne nicht kennt, erfährt dabei nicht alles. „Ich schreibe so, dass enge Freunde verstehen, was ich meine, Fremde aber nicht“, sagt er über die leisen Zwischentöne seiner Blogeinträge.
Das gesunde Misstrauen gegenüber den Gefahren des allumfassenden Datenzugriffs hat der Student sich bewahrt. Das soziale Softwareverzeichnis StudiVZ etwa verließ er, als dort im vergangenen Jahr die Bedingungen geändert und die hinterlegten Daten auch für Polizeibehörden zugänglich werden sollten. Da hört für ihn der Spaß auf. Auch wenn er einen Teil seines Privatlebens für jedermann jederzeit von jedem Punkt der Welt miterlebbar macht.
Bei aller Freude am Web, es gibt für den Musikliebhaber nicht nur Grenzen der Privatsphäre, sondern auch der Technikbegeisterung. Klangwelten baut er sich nicht aus MP3s oder Itunes, sondern aus gutem alten Vinyl. „Wer Wert legt auf Klang, der bringt seine Alben als Schallplatte heraus“, sagt er. Wer Wert legt auf Gitarrenklang, kommt beim Surfen irgendwann bei pasQualle raus.

Beim ersten Durchlesen war ich erst ein wenig enttäuscht, dass sie nicht wirklich viel aus dem Interview in dem Text verarbeitet hatte. Man muss aber auch immer bedenken, dass es ein Text für eine Zeitung war welche täglich von vielen verschiedenen Menschen gelesen wird. Es muss also auf einem für alle verständlichen Niveau getextet werden.
Wenn man das mitbedenkt, bin ich doch ganz zufrieden.
Der Artikel ist auch im Internetauftritt der Stuttgarter Zeitung zu finden. Dort allerdings, und hier schießt sich die Zeitung wieder selbst ins Bein, kostet das Lesen 0,50 €. Hier müssen sie noch einiges lernen.

Leider konnte ich mit meinem Berühmtheitsstatus noch keine Vorteile rausschlagen.


Tags: Artikel | Blog | Stuttgart | Stuttgarter Zeitung
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Kommentare

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  1. Johnny sagt:

    09.04.2008 um 19:12 | # | @

    Schon was bemerkt in den Hits? Und gibt’s von Dir eigentlich auch noch ne re:publica Nachbetrachtung?

  2. anne sagt:

    09.04.2008 um 19:24 | # | @

    och, bis aufs myspace-emo-foto ist der artikel doch nett geworden. mehr geek kann man der breiten masse eben nicht zumuten ;)

    (den telefonbuchteil finde ich immer noch klasse.)

  3. pasQualle sagt:

    09.04.2008 um 19:25 | # | @

    In den Hits hab ich nicht wirklich viel bemerkt. Sie sind leicht gestiegen. Da bringt eine prominente Verlinkung einiges mehr.
    Es ist da wohl allgemein ein Problem mit Links in Zeitungen. Ich denke, wenn ich in einem kostenlosen Online-Artikel verlinkt gewesen wäre, hätte man das viel mehr gemerkt.

    Zur re:publica stehen auch noch ein paar Artikel in der Schlange. Ich habe aber gerade nicht wirklich viel Zeit, weil die Uni einfach gerade stressig ist. Aber keine Angst, da kommt definitiv noch was.

  4. Jeriko sagt:

    10.04.2008 um 17:08 | # | @

    anne das Foto ist doch nicht MySpace-kompatibel, das wurde doch von jemand anderem aufgenommen!

    (Ich sollte mal einen “How to make a myspace photo”-Guide schreiben…)

  5. anne sagt:

    10.04.2008 um 17:11 | # | @

    stimmt auch wieder. aber ich kenne mich mit der materie ja nicht aus und bin damit entschuldigt :-P

  6. osnposn sagt:

    10.04.2008 um 19:57 | # | @

    Die Karomütze und den Eyeliner hamse wohl wegretouchiert. Aber den Artikel find ich gar nich übel.

  7. Martin sagt:

    12.04.2008 um 11:14 | # | @

    fett, dann hasse bald 14-jährige Groupies anner Backe ^^

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