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ARTE du machst mich fertig »

Schwule Kästen im Berghain

21.04.2008  |  13:14  |  von pasQualle veröffentlicht in Notizen  |  1 Kommentar

Der holzige Dielenboden in Neukölln war lange nicht so bequem wie das Bett im Prenzlauer Berg. Und im Schlafsack habe ich in der ersten Nacht geschwitzt wie blöde. Das war aber nicht der Grund weshalb ich erst um 10 Uhr morgens auf meinem Dielenboden zu Ruhe kam. Der war ein völlig anderer.
Berghain - Panorama Bar - Berlin
Grob gesagt ging es um hämmernde Technobeats, völlig verballert Tanzende und Oberkörper freie Männer. Die erste Clubnacht in Berlin war ich im Berghain, gelinde formuliert dem abartigsten Cluberlebnis meines jungen Lebens. Gegen das Berghain konnte jeder noch so abgefahrene Club in Barcelona gehörig abstinken. Um 4 Uhr morgens tut sich vor mir dieses riesige Fabrikgebäude auf, darin flackernde Lichter, den Bass meint man schon von draußen zu spüren. Recht unscheinbar ist noch der Eingangsbereich, eine geschönte Kulisse für das Treiben im Inneren. Eine weitläufige Halle, vereinzelt stehen Sofas herum mit Leuten die sich ausruhen, rauchen, trinken und sich unterhalten. Klar, die Musik hier ist lauter, man spürt den treibenden Bass der versucht die Tanzwütigen nach oben zu locken. Über eine eiserne Treppe folgt man seinem Ruf und mitten auf der Tanzfläche stehend, umgeben von scheinbar nur glücklichen Menschen die sich voll der Musik hingeben muss man sich erst einmal hinsetzen, schauen, die Eindrücke verarbeiten und daran gewöhnen. Zumindest denkt man, so als Kleinstadtkind, sich daran gewöhnen zu können, an die durchgedrehten und zum großen Teil verdrogten Menschen und den großen Anteil Schwuler. Noch Stunden später stürzt man nämlich durch den Club und bekommt durch ein Gemisch aus großer Freude und Staunen den Mund einfach nicht zu.
Es scheint in Berlin nämlich Tradition zu haben, dass sich die Schwulen nicht auf separaten Veranstaltung regelrecht wegsperren lassen, sondern vor allem in Clubs mit elektronischer Tanzmusik einen wichtigen Teil der Atmosphäre ausmachen. Als ich dann aber in die Lounge gestolpert bin und mich umringt sah von bulligen, Oberkörper freien, bärtigen Männern die in engen glänzenden Lederhosen steckten musste ich doch erstmal schlucken (sic!).
Die Wirkung ließ nach, draußen war es schon lange hell, ich wurde langsam müde und schlurfte zum Ostbahnhof, setzte meine Begleiterin am dortigen Flohmarkt ab.
Zum ersten Mal also war ich in einem Club mit Darkroom.

Siehe auch Dokumentation »Feiern«.
Hiermit beschließe ich jetzt wohl auch die Berichterstattung aus Berlin, inklusive re:publica (Im Pressespiegel gibt es weitergehende Berichte, Bilder, Videos und Stuff) Es war schön. Ich komme wieder!


Tags: Berghain | Berlin | Club | Drogen | republica08 | schwul
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Kommentare

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  1. Adel sagt:

    25.04.2008 um 17:20 | # | @

    Sehr gut! Auch wenn mir die schwulen Thai-Volleys fehlen - der Club kommt auf meine To-Do Liste für Berlin :)

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